Service public muss dort sein, wo die Menschen sind
Eine neue fög-Studie zeigt: Die Schweizer Bevölkerung will einen breiten medialen Service public, der informiert, verbindet und auch digital erreichbar bleibt.
Was soll die SRG künftig leisten und über welche Kanäle? Die repräsentative Befragung von 1493 Personen liefert ein deutliches Signal: 58 Prozent halten öffentliche Medien für gesellschaftlich wichtig oder sehr wichtig. Dieser Rückhalt ist mit klaren Erwartungen verbunden.
Information geniesst mit 77 Prozent die höchste Priorität. Doch auch Sport, Bildung, Kultur und Unterhaltung gehören für viele zum Auftrag. Service public wird damit nicht auf Nachrichten reduziert. Er wird als Infrastruktur verstanden, die Lebenswelten und Sprachregionen verbindet.
Besonders aufschlussreich sind die Unterschiede bei den Kanälen. Fernsehen bleibt wichtig, Websites und Apps ebenso. Bei den 18- bis 24-Jährigen wünschen sich 70 Prozent eine Präsenz der SRG auf Social Media, bei den über 55-Jährigen ist es rund ein Viertel. Wer digitale Angebote beschneidet, riskiert, gerade jüngere Menschen nicht mehr zu erreichen.
Zugleich wächst das Bedürfnis nach Orientierung: 68 Prozent befürworten einen Ausbau des Fact-Checkings. In einer fragmentierten Informationswelt soll der Service public nicht nur Inhalte liefern, sondern auch Desinformation einordnen und Vertrauen stärken.
Genau hier setzt der comm.summit an: Wie erreichen Medien und Organisationen ihre Zielgruppen, wenn Kanäle, Gewohnheiten und Erwartungen auseinanderdriften? Wie entsteht Vertrauen, wenn Aufmerksamkeit knapp ist? Die Studie macht deutlich: Reichweite, Relevanz und Glaubwürdigkeit müssen gemeinsam gedacht werden. Ein breiter Service public ist kein Modell von gestern, sondern demokratische Infrastruktur für morgen.


